Unser Bundespräsident - Wulff heißt er, glaube ich - hat es diese Wochen endlich mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Also jetzt nicht mit einer mitreisenden Rede, einem flammenden Appell oder wenigstens einer provokanten These - nein, er hat sich mit Eiern bewerfen lassen! Ich frage mich ja nur, warum ausgerechnet Wulff? Man muss sich doch nur mal die Regierung anschauen und schon hat man 16 geeignetere Kandidaten - aber offenbar hat der Werfer eine Vorliebe für das politisch unbedeutende: Vor ein paar Jahren hat er auch schon mal Wulffs Vorgänger Köhler beworfen - und von dem haben die meisten ja auch bei dessen Rücktritt zum ersten Mal gehört. (Spiegel Online)
So wie jede so auch diese Woche für die ein oder andere Schlagzeile gut, war einmal wieder der Mann ohne Titel aber mit von und zu: Die Veröffentlichung des Berichtes der Universität Bayreuth möchte er nun zwar doch nicht verbieten lassen, dafür aber besteht er weiterhin darauf, dass er nicht absichtlich, sondern nur versehentlich mehr als die Hälfte seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat. Er hätte halt ein wenig den Überblick verloren...
Da kann man ja nur froh sein, dass er kein verantwortungsvolles Amt inne hatte (sowas wie Wirtschafts- oder Verteidigungsminister, wo man vermutlich jeden Tag Akten im Umfang einer kleinen Doktorarbeit lesen muss...)
(FAZ.net, guttenplag)
Ein wenig den Überblick verloren hat wohl auch die NATO, die ja das Kommando in Libyen übernommen hat und nun völlig überrascht festegestellt hat, dass sie gar nicht weiß, was sie dort eigentlich erreichen will - und wie sie es erreichen sollen würde, wenn sie wüsste was sie erreichen wollte. Und darum wird jetzt auch erstmal fleißig diskutiert, man trifft sich auf irgendwelchen Gipfeln und zwischendurch wirft man mal die ein oder andere Bombe ab um zu zeigen, dass man überhaupt noch da ist (also nicht über dem Gipfel, sondern über Libyen natürlich - wo genau man sie da hinwirft, weiß man aber offenbar auch bei der NATO nicht immer so genau).
Dafür ist man in der Zwischenzeit zu erstaunlichen Erkenntnissen in Bezug auf die Frage, woher Gaddafi eigentlich diese ganzen Waffen hat, gekommen: Angeblich soll er diese doch tatsächlich aus den westlichen Staaten bekommen haben - die besonders brutalen und international geächteten Streubomben zum Beispiel sind spanische Wertarbeit...
(taz.de, heute.de)
Europa hat im Moment aber andere Probleme: Europa nämlich wird überrollt von einem wahren Flüchtlingstsunami - 20.000 Flüchtlinge sollen es inzwischen sein, eine Zahl mit der die nur schlappe 500.000.000 Einwohner umfassende EU natürlich völlig überfordert ist, weswegen Innenminister Herrmann inzwischen auch schon fordert die Schleusen Grenzen dicht zu machen, damit wenigstens Deutschland vor dieser Flutwelle verschont bleibt. Vermutlich vor allem aus Angst um unsere Atomkraftwerke - denn diese sind ja, wie wir inzwischen erfahren haben, gegen Tsunamis gar nicht abgesichert.
Aber wenigstens ein Flüchtling hat mittlerweile jemanden gefunden, der sich um ihn kümmert - und das noch bevor er sein Heimatland überhaupt verlassen hat! Die USA nämlich sind offenbar schon fleißig auf der Suche nach einer neuen Heimat für den Ex-Diktator in spe Muammar al-Gaddafi...
(Zeit.de)
Von einem ziemlichen Zickzack-Kurs müsste man wohl sprechen, wenn die Regierung überhaupt jemals so etwas gehabt hätte wie einen Kurs. Hat sie aber nicht und hatte sie auch nie - insbesondere nicht in Bezug auf Libyen. Bei der Abstimmung im Sicherheitsrat war man im Prinzip noch dafür, hat sich aber enthalten, weil Deutschland keine Soldaten mehr übrig hatte. Inzwischen hat man dann aber offenbar doch noch ein paar Schiffe gefunden, die gerade nichts zu tun haben, und möchte diese nun unbedingt nach Libyen schicken. Für die Soldaten an Bord ist das vermutlich eh sicherer - bevor sie noch zu einem Segeltörn aufbrechen und wieder aus irgendwelchen Takelagen fallen... (Zeit.de)
Genauer gesagt: Zur Haltung der Bundesregierung zu diesem Thema - so man da überhaupt von einer „Haltung“ sprechen kann...
Ohne Frage ist bzw. war das keine einfache Entscheidung: Muss man eine junge Demokratie-Bewegung unterstützen oder darf man sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einmischen? Kann Gewalt in Ausnahmefällen doch eine Lösung sein oder stürzt man das Land so erst recht in den Bürgerkrieg? Ist eine Intervention in Libyen ein Dammbruch für die Ausbreitung der Demokratie im arabischen Raum oder für militärische Interventionen als Weiterführung der Entwicklungshilfe mit anderen Mitteln?
Für beide Seiten gibt es hier ohne Frage gute Argumente. Hierbei zu einer endgültigen, weil nicht mehr rückgängig zu machenden, Entscheidung zu kommen, ist sicher nicht leicht - zumal wenn es unter Zeitdruck geschehen muss. Sich dann bei einer Wahl dafür zu entscheiden sich seiner Stimme zu enthalten, das klingt erst mal durchaus naheliegend, oder?
Ein kleines Spiel für diejenigen, die heute Abend - aus welchen Gründen auch immer - nichts besseres zu tun haben als sich stundenlang Wahlsendungen anzuschauen:
Gespielt wird nach den üblichen Buzzword-Bingo-Regeln - immer wenn eine der unten aufgeführten Phrasen im Fernsehen fällt (ob von einem Moderator, einem Politiker oder sonst irgendjemandem, der unbedingt ins Fernsehen möchte, ist egal), darfst du das jeweilige Feld durchstreichen. Hast du alle Felder einer Reihe, Zeile oder Diagonalen ausgestrichen, darfst du aufspringen, laut „Bingo“ rufen und zur Belohnung den Fernseher ausmachen.
Uns alle riss am gestrigen Morgen eine schreckliche Nachricht aus dem Schlaf:
Nach einem langen, fast dreiwöchigen Leidensweg schied gestern um genau 11:15 Uhr unser aller Heiland Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg aus all seinen politischen Ämtern.
Freiherr Strg cu und von
„Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat“ - so Ex-Verteidigungsminister in spe Karl Theodor von und zu Copy und Paste.
Noch völlig unklar ist allerdings, was mit der nicht von ihm verfassten Dissertation ist, die er dann letztendlich eingericht hat. Aus gut unterrichteter Quelle verlautete allerdings bereits, dass Guttenberg plane demnächst harte und klare Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen und den Ghostwriter sowie eventuell auch seinen Doktorvater zu entlassen (an dieser Stelle ist eine Fußnote verloren gegangen, die auf die ursprüngliche Quelle dieses Gags verweisen sollte).
(FAZ.net)
Treten zwei Blondinen vor die Presse und verkünden einen Kompromiss...
Völlig überraschend nach nur wenigen Wochen zu einem Ergebnis kamen die Verhandlungen über die neuen Hartz-IV-Sätze. Nachdem das Bundesverfassungsgericht im vergangenen Jahr die Berechnung der Regelsätze als zu willkürlich und daher als nicht verfassungskonform eingestuft hatte, beschlossen CDU, CSU, FDP und SPD nun gemeinsam den Hartz-IV-Satz willkürlich um drei Euro zu erhöhren.
...
Brandaktuell und exklusiv nur hier in Sinnfrei: Die dank Wikileaks schon vorab bekannt gewordene Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin - die heute abend anstehende Neujahrsansprache wird allerdings voraussichtlich eine um einige zu ehrliche Stellen entschärfte Version dieser Rede sein:
Kanzleramt/Bombenstimmung Für große Schlagzeilen sorgte in der vergangenen Woche die Nachricht, dass im Bundeskanzleramt ein hochgefährliches (weil explosives) Paket entdeckt worden war. Entgegen anders lautender Berichte handelte es sich dabei allerdings weder um das Sparpaket der Bundesregierung noch um einen vergifteten Apfel von Horst Seehofer. Vielmehr handelte es sich bei dem Paket um ein Geschenk dankbarer Griechen an das Deutsche Volk für dessen großzügige Unterstützung in der Wirtschaftskrise. Außerdem sollten die Deutschen so auch endlich selbst einmal etwas von den trotz Finanzkrise und dank der europäischen Finanzhilfe unvermindert umfangreichen Rüstungsexporte Deutschlands nach Griechenland zu sehen bekommen. Dass im Falle eines unerwarteten Ablebens der derzeitigen Bundeskanzlerin automatisch Guido Westerwelle an ihre Stelle nachrücken würde, das, so die Griechen in ihrem Bekennervideo weiter, hätten sie allerdings nicht gewusst...
Bahn/Ausfälle Seit dieser Woche sind bei der Bahn wieder Streiks schuld an den Verspätungen. Zwar liegen die letzten Streik erst wenige Monate zurück, doch gibt es bei der Bahn mittlerweile so viele Gewerkschaften, dass Streiken nur noch im Schichtsystem möglich ist: Einmal streiken die Lokführer, dann die Zugbegleiter, als nächstes die Weichensteller, die Schienenpolierer und die Bistrokellner, darauf die Klimaanlagen, die Bremsen und schließlich wieder die Lokführer.
Die Vorteile dieser neuen Regelung liegen auf der Hand: Die Bahn hat immer einen glaubwürdigen Grund für Zugverspätungen, der Zugverkehr kommt gleichzeitig aber nie völlig zum Erliegen, da ja immer nur ein Teil der Angestellten streikt, und schließlich werden auch Demonstrationen auf Bahnhofsgeländen - etwa gegen Stuttgart21 - wirksam verhindert, da die Plätze dauerhaft von Streikenden besetzt sind.
(heute.de)
pokefans > Fanseiten > Rumo > Aktuelles
alle Seiten auf einen Blick:Startseite | Sinnfrei | Politimon | Fanart | Empfehlungen | Gästebuch | T.u.T | Kuriositätenkabinett | Partnerseiten | Johto | Archiv | Zum Schluss
RSS-Feed — Forum